Die Mission einer iranischen Frau, ein Astronaut zu werden, ist ein Dokumentarfilm

Der Dokumentarfilm folgt einer jungen Iranerin und ihrem Traum, Astronautin zu werden.

Der Dokumentarfilm folgt einer jungen Iranerin und ihrem Traum, Astronautin zu werden. (Bildnachweis: YouTube)



NEW YORK – Ein riesiges Teleskop zu einem halbfertigen Observatorium mitten im Nirgendwo zu schleppen, um in den frühen Morgenstunden die Sterne zu bestaunen, gilt für eine junge Frau in der konservativen muslimischen Kultur nicht als angemessene Aktivität.



Aber eine Iranerin namens Sepideh Hooshyar tut genau das, und ein Anfang dieses Jahres veröffentlichter Dokumentarfilm bietet einen Einblick in ihren fünfjährigen Kampf, um ihren Traum, Astronautin zu werden, am Leben zu erhalten.

Der Dokumentarfilm mit dem Titel 'Sepideh: Reaching for the Stars' debütierte Anfang dieses Jahres beim Sundance Film Festival in Utah und war Teil der Abschlussnacht des Imagine Science Film Festivals hier im American Museum of Natural History am 24. Oktober. [ Iran im Weltraum: Raketen, Satelliten & Affen (Fotos) ]



Im Film rezitiert Hooshyar oft Passagen aus ihrem Tagebuch. Jeder Eintrag beginnt mit „Dear Einstein“, einer Hommage an die berühmte Wissenschaftlerin, deren Porträt an ihrer Schlafzimmerwand hängt.

Das Idol der jungen Frau ist die iranisch-amerikanische Anousheh Ansari, die erste weibliche Weltraumtouristin und die erste Person iranischer Abstammung im Weltraum.

Hooshyar lebt in Sa'adt Shahr, einer kleinen Stadt im Zentraliran, in der junge Frauen nicht ermutigt werden, wissenschaftlichen Hobbys nachzugehen. So wecken ihr Hobby zur Sternenbeobachtung und ihre nächtlichen Exkursionen zum Observatorium böse Gerüchte über Hooshyar und ihre Familie.



Sie steht vor ständigen Herausforderungen von ihrer Mutter und ihrem Onkel. In einer emotional aufgeladenen Szene des Dokumentarfilms droht ihr Onkel, sie zu töten, wenn sie weiterhin nachts mit ihrem Teleskop ausgeht.

Hooshyar gibt dieser Drohung nicht nach, aber ein weiteres Hindernis taucht auf: Hooshyars Mutter überbringt die Nachricht, dass die Familie es sich nicht leisten kann, sie aufs College zu schicken. Hooshyar bewirbt sich um ein Stipendium, hat aber keinen Erfolg. In der Dokumentation bekommen die Zuschauer das Gefühl, dass sie das Stipendium verliert, weil sie eine Frau ist.

Hooshyar findet jedoch einen Weg, ihrem Idol Ansari zu schreiben. Ansari antwortet, indem er eines Tages Hooshyar anruft, und das emotionale Gespräch – das vor der Kamera festgehalten wird – erneuert Hooshyars Entschlossenheit, sich der Astronomie zu widmen.



Der Dokumentarfilm unter der Regie von Berit Madsden begleitet Hooshyar fünf Jahre lang. Der Film zeigt andere Probleme auf, die die wissenschaftliche Leistung im Iran behindern, wie die fehlende Finanzierung eines seit 20 Jahren halbfertigen Observatoriums und die Weigerung der Regierung, den Studenten größere und bessere Teleskope zur Verfügung zu stellen.

Aber während einer Podiumsdiskussion nach der Vorführung sagte Madsden, sie hoffe, dass der Dokumentarfilm ein anderes und positiveres Bild des Iran zeigt. Madsden sagte, ein Hauptthema in dem Dokumentarfilm sei, dass die Neugier der Menschheit auf den Kosmos universell ist, und selbst diejenigen, die entmutigt sind, etwas über das Universum zu lernen, werden immer noch nach Wissen suchen.

Heute studiert Hooshyar Physik an einer kleinen Universität und ist immer noch sehr ernsthaft daran, Astronaut zu werden.

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